Kurz gesagt: Backlinks – Links von anderen Websites auf Ihre – gehören weiterhin zu den wichtigen Ranking-Signalen von Google. Entscheidend ist aber nicht die Menge, sondern ob die verlinkende Seite thematisch passt, vertrauenswürdig ist und den Link redaktionell freiwillig gesetzt hat. Gekaufte Massen-Links bringen heute wenig und können sogar schaden. Für kleine und mittlere Unternehmen lohnt sich deshalb ein langsamer, sauberer Aufbau über gute Inhalte, echte Beziehungen und seriöse Branchenverzeichnisse weit mehr als jede Abkürzung.
Was ist ein Backlink – und warum ist er für Google ein Signal?
Ein Backlink ist ein Hyperlink, der von einer fremden Website auf Ihre Seite zeigt. Google wertet solche Links als eine Art Empfehlung: Wenn eine etablierte Seite auf Sie verlinkt, deutet das darauf hin, dass Ihr Inhalt nützlich oder vertrauenswürdig ist. Dieses Prinzip steckt seit den Anfängen im sogenannten PageRank, der Logik, mit der Google die Bedeutung von Seiten anhand ihrer Verlinkung untereinander bewertet.
Wichtig für die Einordnung: Links sind ein Signal unter vielen – nicht das alleinige Erfolgsrezept. Google-Mitarbeiter haben mehrfach öffentlich betont, dass Links über die Jahre an Gewicht verloren haben und gute Inhalte, Relevanz und Nutzererfahrung mindestens ebenso zählen. Ein einzelner starker, themenpassender Link ist mehr wert als hundert beliebige.
Macht Menge oder Qualität den Unterschied?
Eindeutig die Qualität. Maßgeblich sind vor allem drei Faktoren:
- Themenbezug: Ein Link von einer Seite aus Ihrer Branche oder Region wiegt schwerer als ein fachfremder.
- Vertrauenswürdigkeit der Quelle: Etablierte, redaktionell gepflegte Seiten zählen mehr als beliebige, neu aufgesetzte Linkschleudern.
- Natürlichkeit: Wurde der Link freiwillig gesetzt, weil Ihr Inhalt überzeugt? Oder wirkt das Linkprofil künstlich aufgebläht?
Hinweis zu Kennzahlen wie „Domain-Autorität“ oder „Domain Rating“: Diese stammen von Tool-Anbietern wie Moz oder Ahrefs, nicht von Google selbst. Sie sind nützlich als grobe Orientierung, sind aber kein offizieller Ranking-Wert. Verlassen Sie sich nicht blind auf eine einzelne Zahl.
Dofollow, Nofollow, Sponsored, UGC – was bedeuten die Link-Attribute?
Ein verbreiteter Irrtum lautet: „Nofollow-Links sind wertlos.“ Das stimmt so nicht mehr. Seit 2019 behandelt Google die Link-Attribute als Hinweise (Hints), nicht als strikte Befehle. Es gibt im Wesentlichen vier Fälle:
- Normaler („dofollow“) Link: Ohne besonderes Attribut – die redaktionelle Standardempfehlung.
- rel="nofollow": Allgemeines Signal, dass Sie nicht für den Link bürgen.
- rel="sponsored": Für bezahlte oder im Rahmen einer Geschäftsbeziehung entstandene Links (Werbung, Kooperationen).
- rel="ugc": Für nutzergenerierte Inhalte wie Forenbeiträge oder Kommentare.
Praxisrelevant: Auch Nofollow-Links können Besucher bringen, Ihre Marke bekannt machen und Teil eines natürlichen Linkprofils sein. Wer ausschließlich „starke“ Dofollow-Links jagt, baut ein unnatürlich wirkendes Profil auf.
Wie bauen KMU seriös Backlinks auf?
Für ein kleines Unternehmen aus Brandenburg oder anderswo zählen vor allem nachhaltige, risikoarme Wege:
- Inhalte, die man verlinken will: Praxisleitfäden, lokale Daten, Branchenwissen oder Tools, die echten Nutzen stiften – das ist die Grundlage für freiwillige Links.
- Lokale und branchenspezifische Verzeichnisse: Ein gepflegter Eintrag im Google Unternehmensprofil, bei der IHK, in regionalen Wirtschaftsportalen oder seriösen Branchenbüchern ist solide – Finger weg von „Eintragen in 500 Verzeichnisse“-Paketen.
- Echte Beziehungen und PR: Gastbeiträge auf passenden Fachseiten, Pressemitteilungen zu konkreten Anlässen, Kooperationen mit Lieferanten, Verbänden oder lokalen Medien.
- Broken-Link-Building: Defekte Links auf fremden Seiten finden und Ihren passenden Inhalt als Ersatz vorschlagen.
- Markenerwähnungen einsammeln: Wo Ihr Unternehmen bereits namentlich genannt wird, höflich um einen Link bitten.
Konsistenz schlägt Strohfeuer: Ein paar gute Links über Monate hinweg sind besser als ein plötzlicher Schwall.
Was passiert bei gekauften oder schlechten Links?
Links allein mit dem Ziel zu kaufen oder zu tauschen, das Ranking zu manipulieren, verstößt gegen Googles Spam-Richtlinien. Bezahlte oder im Rahmen einer Geschäftsbeziehung erhaltene Links müssen mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet werden. Im schlimmsten Fall droht eine manuelle Maßnahme, die Rankings stark einbrechen lässt.
Entwarnung für die meisten KMU: Google gibt an, dass seine Systeme minderwertige Links in der Regel automatisch ignorieren. Das Disavow-Tool (Links für ungültig erklären) ist laut Google nur in Ausnahmefällen nötig – etwa bei einer konkreten manuellen Maßnahme oder wenn Sie von früheren, fragwürdigen SEO-Aktionen wissen. Für ein normal gewachsenes Profil müssen Sie sich darum meist nicht kümmern.
Zählen Backlinks auch für KI-Suche und Assistenten?
Mit KI-Antworten in der Google-Suche und Assistenten wie ChatGPT verschiebt sich die Sichtbarkeit. Die Grundlogik bleibt aber ähnlich: Quellen, die häufig von anderen vertrauenswürdigen Seiten verlinkt und erwähnt werden, gelten als belastbar – und werden eher als Beleg herangezogen. Eine saubere Verlinkungsstruktur und eine erkennbare, glaubwürdige Marke zahlen also auf beides ein: klassische Rankings und die neue, KI-gestützte Auffindbarkeit. Wer auf gute Inhalte und echte Reputation setzt, ist hier doppelt richtig aufgestellt.
Häufige Fragen
Sind Backlinks 2026 überhaupt noch wichtig?
Ja. Links zählen weiterhin zu Googles relevanten Signalen, haben aber gegenüber früher an Gewicht verloren. Google-Mitarbeiter betonen, dass Inhalte, Relevanz und Nutzererfahrung mindestens ebenso wichtig sind. Wichtiger als die Anzahl ist heute, von welchen Seiten die Links kommen.
Sind Nofollow-Links wertlos?
Nein. Seit 2019 behandelt Google nofollow, sponsored und ugc als Hinweise, nicht als strikte Befehle. Nofollow-Links können Besucher bringen, die Marke stärken und gehören zu einem natürlichen Linkprofil dazu. Ein Profil aus ausschließlich Dofollow-Links wirkt eher unnatürlich.
Sollte ich als KMU Backlinks kaufen?
Davon ist abzuraten. Links zu kaufen, um Rankings zu manipulieren, verstößt gegen Googles Spam-Richtlinien und kann zu einer Abstrafung führen. Bezahlte Links müssten ohnehin als sponsored gekennzeichnet werden und verlieren damit ihren Ranking-Effekt. Setzen Sie lieber auf gute Inhalte, PR und seriöse Verzeichnisse.
Was ist die Domain-Autorität – und ist sie ein Google-Wert?
Nein. Kennzahlen wie Domain Authority (Moz) oder Domain Rating (Ahrefs) stammen von Tool-Anbietern, nicht von Google. Sie sind eine grobe Orientierung, aber kein offizieller Ranking-Faktor. Verlassen Sie sich nicht allein auf eine einzelne Zahl.
Muss ich schädliche Backlinks aktiv entfernen oder disavowen?
In den meisten Fällen nicht. Google gibt an, minderwertige Links automatisch zu ignorieren. Das Disavow-Tool ist laut Google nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei einer manuellen Maßnahme oder bekannten Altlasten aus früheren SEO-Aktionen.
Quellen
- Google Search Central: Ausgehende Links für SEO qualifizieren (nofollow, sponsored, ugc)
- Google Search Central: Spam-Richtlinien für die Google-Websuche (Linkspam)
- Google Search Central: Disavow-Tool für Backlinks
- Search Engine Land: How important are backlinks for SEO?
Hinweis: Zahlen, Fristen und Konditionen ändern sich – bitte am offiziellen Stand prüfen. Stand der Recherche: Juni 2026.
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